Brigitte Kürsteiner – Grossratskandidatin der FDP stellt sich vor - Bildung verliert Fokus
Als ehemalige Lehrerin und Mitarbeiterin an einer pädagogischen Hochschule weiss ich, dass die Bildung seit längerem unter Druck ist. Sie hat auf allen Ebenen teilweise ihren Fokus durch die Aufbürdung ständig neuer Anforderungen und Themensetzung verloren.
So verständlich manche Anliegen sind: In der Praxis haben sich viele nicht bewährt. Dies trifft beispielsweise auf die inklusive Schule zu. Was als Massnahme zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention begann, hat mit der Abschaffung von Sonderklassen zu Problemen geführt. Mittlerweile ist nicht nur ein massgeblicher Teil der Lehrerschaft, sondern auch der Eltern nicht mehr glücklich mit dem aktuellen System. Weitere Probleme ergeben sich zum Beispiel durch die Digitalisierung der Lernmethoden vor allem auf der Primarschule oder durch die Themensetzung im Lehrplan 21.
Ähnliches gilt für die Hochschulen. Dort besteht die Tendenz, weltanschaulich gefärbte Anliegen über die Grundaufträge zu stellen. So sollen Hochschulen beispielsweise die grüne und digitale Transformation beschleunigen und allgemein aktiv transformativ wirken. Die «engagierte» oder «transformative» Hochschule ist längst zu einem verbreiteten Hochschultypus geworden. Der sogenannte Humboldt-Typ der unabhängig lehrenden und forschenden Hochschule gilt dabei vielen nicht mehr als erstrebenswert.
Daher vertrete ich die Position, die Bildung wieder vermehrt auf die Grundaufträge zu fokussieren.
Liste 4: FDP.Die Liberalen, Nr. 04.13.8 Brigitte Kürsteiner